Sexualität in therapeutischen Prozessen

4-teilige Weiterbildung für Therapeutinnen und Therapeuten

Sexualität in Gestaltprozessen - Weiterbildung für Therapeut*innen
 

Zwischen "spüren" und "wahrnehmen" liegt ein Raum. In diesem Raum entscheidet unser inneres und äusseres System, was es "wahr nehmen" will.

Sexualität ist zwar allgegenwärtig, alltäglich, doch noch längst nicht enttabuisiert. Noch immer prägen übernommene Rollenbilder, Annahmen und Ver- und Gebote die Gestaltung der Sexualität. Für viele Menschen ist es schwierig, ihre sexuellen und intimen Bedürfnisse für sich selbst und ihre Beziehungen zu verstehen, angemessen zu kommunizieren und zu leben. Sie sind deshalb mit ihrer eigenen Sexualität und/oder der Paarsexualität unzufrieden und suchen Unterstützung.

 

Doch gerade in der therapeutischen Arbeit stossen Therapeut*innen und Berater*innen immer wieder an Grenzen im Umgang mit dem Thema. Oft fühlen sich Klient*innen allein gelassen, weil sie merken dass der/die Therapeut*in das Thema meidet.

 

Die Weiterbildung schafft einen Ansatz, um über diese Grenzen hinauszugehen und das Thema wertschätzend und klientenunterstützend in der Einzel- und Paarbegleitung bearbeiten zu können. Sie hilft hinderliche Werte zu dekonstruieren, Tabus abzubauen und unterstützende Therapieangebote zu entwickeln. Sie vermittelt Fachkenntnisse, ermöglicht ein tieferes Prozessverständnis und Anwendungskompetenz im therapeutischen Setting.

 

Für wer?

Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die in therapeutischen Berufsfeldern tätig oder zumindest am Ende einer entsprechenden Grundausbildung sind: Psycho- und Körpertherapie, Beratung, Coaching, Alternativmedizin, Sozialarbeit und ähnliche Berufsfelder. Erfahrung im Sinne der Gestalttherapeutischen Haltung ist hilfreich.

 

Handlungsansatz

Der sexualtherapeutische Handlungsansatz integriert die Grundsätze der körperorientierten Gestalttherapie und integriert Theorie und Praxis des sexocorporellen Ansatzes und der prozessorientieren Psychologie. Dadurch werden sexuelle Störungen und Herausforderungen in körperlichen, emotionalen, mentalen und sozialen Feldern körperlich ansprech- und erfahrbar, sowie Kontaktstörungen und Kontaktaufbau verändert und integrierbar. Eine Erweiterung der körperlichen Wahrnehmung, des Lusterlebens und des Denkens über Sexualität unterstützt Menschen, ihre Sexualität und ihren sexuellen Körper wieder in Besitz zu nehmen. Die verschiedenen Teile der Persönlichkeit im sexuellen Kontext werden integriert. Die sexuelle Gesundheit wird verbessert, sowohl in körperlichen als auch in psychischen Bereichen hin zu einer positiven sexuellen Identität.

 

Lernziele

  • Klientenzentrierte Gesprächsführung und Prozessgestaltung im sexualtherapeutischen Kontext
  • Therapeutische Haltung im Sinne des Gestalt-Kontaktverständnisses vertiefen
  • Bewusstwerdung und Handhabung von Grenzen auf Klient*innen- und Therapeut*innenseite
  • Selbstkompetenz durch Selbsterfahrung erhöhen und einen persönlichen Arbeitsstil im professionellen Kontext entwickeln
  • Vertrauensvolle Therapieräume öffnen und halten und Zugang zu intimen Fragen ermöglichen
  • Unterstützungsmöglichkeiten durch Fachwissen erweitern

Methoden

Theoretische Inputs, Arbeiten und Forschung in Klein- und Grossgruppen, Rollenspiele, Fallbeispiele, Körperübungen, kreative Methoden der Gestalttherapie, Systemische Aufstellungen


Die Module im Einzelnen

Modul 1 (3 Tage)

- Grundlagen der Sexualität

- Therapeutische Haltung im sexuellen Kontext

- Person-Rolle-Feld – Projektionen und Arbeit an der Intimitätsgrenze

- Erste Hilfe in sexuellen Beratungen

 

Modul 2 (3 Tage)

- Erregungsfunktionen und ihre Wirkungen

- Tools für Therapeut*innen 1:

Sexuelle Selbstsicherheit, Begehren und Verführen, Kontakt und Kontaktschwächung, Biographisches Arbeiten, Sensate focus

 

Modul 3 (4 Tage)

- Tools für Therapeut*innen 2:

Sexuelle Szenarien, Imagination als Mittel zur Steuerung von Figurbildung und Kontakt

- die Polyvagaltheorie im sexuellen Kontext

- Therapeutische Arbeit an der Grenze der Klient*innen (Konfluenz, Retroflektion...)

Umgang mit Dysfunktionalitäten im gestalttherapeutischen Kontext

Potentiale entfalten, erforschen und hinaustragen

 

Modul 4 (4 Tage)

- Sexuelle Traumatisierungen: Arbeit mit Täter- und Opfer-Introjekten

- Paartherapie: Sexualität und Paardynamik, Wertesysteme und Rangordnungen

- Selbstevaluation


Facts:

Daten:

Modul 1: Fr-So 13. - 15. September 2024 (3 Tage)

Modul 2: Fr-So 25. - 27. Oktober 2024 (3 Tage)

Modul 3: Do-So 28. November - 1. Dezember 2024 (4 Tage)

Modul 4: Do-So 16. - 19. Januar 2025 (4 Tage)

Beginn 1. Tag jeweils 15.30 Uhr, Ende letzter Tag 15.00 Uhr

 

Ort: Seminarhaus Sulzbrunn, D-Sulzberg im Allgäu

 

Kosten: Modul 1 + 2: je 345 Euro, Modul 3 + 4: je 455 Euro

Zahlbar jeweils bis 14 Tage vor Modulbeginn

Zuzüglich Kosten für Übernachtung, Verpflegung (gem. Seminarhaus) und Reise

 

Leitung

Philipp Steinmann, Gestalttherapeut IGE, Paar- und Sexualtherapeut, Begleitung von Einzelpersonen und Paaren in eigener Praxis, Supervision und Lehrtätigkeit, Workshopleitung Heldenreise-Schweiz

 

Co-Therapeutin und Assistenz

Julia Hendel, Gestalttherapeutin IGE, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Theaterpädagogin & Dipl. Sozialpädagogin (FH)

Sexualität in Gestaltprozessen Weiterbildung

Lade hier den
pdf-flyer herunter.



Infoabend für die Weiterbildung

- Wenn du mehr über den Inhalt, das Setting und mich wissen möchtest...

- Wenn du wissen willst, ob die Weiterbildung für dich richtig ist...

 

gibt es den Online Info-Abend:

 

Donnerstag, 11. April 2024, 19.00 bis ca. 21.00 Uhr

Kostenlos - nach Eingang deiner Anmeldung schicken wir dir den Link für das Online-Meeting.

 



Für die Teilnahme an der Weiterbildung schicke mir bitte ein Bewerbungsschreiben. Dies umfasst eine kurze Beschreibung von:

  1. Beruflicher und fachlicher Hintergrund und aktuelle Tätigkeit
  2. bisherige Aus- und Weiterbildungen im pädagogischen, psychologischen und/oder therapeutischem Bereich
  3. Motivation für die Weiterbildung

Ein Podcast von Florian Wieser Der Possibilist zum Thema Sexualität mit meinen Kolleginnen Yvonne Schudel und Lisi Aubonney